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Der Tag der Befreiung am Einstein-Gymnasium

Text und Fotos: Wolfgang Rall (Leiter der AG InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet und Religionslehrer am Einstein-Gymnaisium)
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Bitte nicht aufhören nach unten zu scrollen! Im folgenden Artikel geht es nicht nur um den Tag der Befreiung, sondern auch um den Tag davor und den Tag danach. Weiter unten folgen in den Kommentaren die Eindrücke von beteiligten SchülerInnen. Aber auch die Leserlinnen sind eingeladen, sich an den Kommentaren zu beteiligen. Das funktioniert problemlos ohne Anmeldung. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Geschafft! SchülerInnen des Religionsunterrichts aus der Klasse 8/3 reinigten am Morgen (Montag, 07.05.2018), einen Tag vor dem folgenden Tag der Befreiung, den Gedenkstein im Friedenspark und den Platz vor diesem Stein. Das geschah über eine Stunde lang vor allem mit viel Wasser, harten Schrubberbürsten, biologisch abbaubaren Reinigungsmittel, einem Schraubenzieher für das viele Gras zwischen den Steinplatten, Kraft und Geduld.

 

 

Einen Tag später, am Tag der Befreiung (Dienstag, 08.05.2018), fand am Vormittag das „Stille Gedenken“ des Bürgermeisters F. Bewer mit einigen anderer BürgerInnen Angermündes statt. Der Ort dafür war der gesäuberte Gedenkstein und das links davon liegende sowjetische Ehrenmal. Am Nachmittag befestigten SchülerInnen des Religionsunterrichts der Klasse 9/1 eine Origami-Kranichgirlande um den Gedenkstein herum. Lukas hatte seine Gitarre und seine Mundharmonika dabei. So konnten sie nach dem Anbringen der Orgiami-Kranichgirlanden auf ihre Weise vor dem Stein gedenken.

 

 

 

Heute, am Mittwoch, 09.05.2018, besuchten MitgliederInnen der Schülerzeitung unseres Gymnasiums den Gedenkstein und das sowjetische Ehrenmal. Am Originalschauplatz hörten sie von den Ereignissen, die zu dem Gedenkstein und dem sowjetischen Ehrenmal führten. Danch begannen sie gleich vor Ort ihre Gedanken aufzuschreiben. Was dabei entstand, folgt heute und in den nächsten Tagen in der unteren Kommentarspalte.

 

 

 

 

  1. Lilia Schulz
    9. Mai 2018, 22:49 | #1

    Ich finde es gut, dass diese ungerechten Taten erzählt wurden. Ich finde aber auch, dass man dem Gedenkstein mehr Aufmerksamkeit geben sollte. Wer weiß denn schon die Geschichte dahinter? Die drei Männer wären bestimmt froh, dass immer noch Leute an sie denken.

  2. Janet Baumgart
    11. Mai 2018, 14:48 | #2

    Viele Schüler, unter anderem auch ich, laufen jeden Tag durch den Friedenspark. Aber kaum jemand kennt die Geschichte hinter den Denkmälern, weil oft kaum Zeit ist stehen zu bleiben.
    Aktionen wie die Säuberung des Gedenksteins oder das „Stille Gedenken“ machen auf die Geschichten von Angermünde aufmerksam und regen dazu an nachzufragen, um mehr zu erfahren. Herr Rall machte auch uns, RedakteureInnen der Schülerzeitung, auf den Tag der Befreiung aufmerksam und erzählte uns im Friedenspark von den grausamen Taten von damals. Wenn ich mir vorstelle, dass genau auf dem Weg, auf welchem ich jeden Tag entlanglaufe, tote Menschen hingen, wird mir erst bewusst, wie brutal die Zeit war und dass viel mehr an die Opfer von solchen herzlosen, mörderischen und qualvollen Handlungen gedacht werden sollte.

  3. Tim Schulz
    13. Mai 2018, 21:23 | #3

    10 Jahre lang fuhr ich nahezu täglich auf dem Weg zur Schule am Friedenspark vorbei. Neben einigen Beeten und Parkbänken fielen mir das sowjetische Ehrenmal und der Gedenkstein zwar auf, aber darüber nachgedacht habe ich nie. Im Rahmen der Schülerzeitung besuchten wir die Denkmäler und bekamen die Geschichte, die sich hinter diesen verbirgt, erzählt.
    Es ist schön, dass den Denkmälern durch Gedenkveranstaltungen aber auch Exkursionen im Unterricht oder in der Schülerzeitung eine gewisse Aufmerksamkeit geboten wird.
    Ich entnehme dem Tag vor allem, dass Stehenbleiben und Zuhören den eigenen Horizont vielfältig erweitert und ungeklärte Fragen beantworten kann.

  4. Saskia Fitzner
    15. Mai 2018, 22:16 | #4

    Sechs Jahre wohne ich jetzt schon in Angermünde. Sechs Jahre, in denen ich immer mal wieder am Friedenspark und seinen Denkmälern vorbei laufe, aber erst jetzt lerne ich die Geschichte hinter diesen. Nie erzählte man mir von den drei Deserteuren, die im Friedenspark gehängt wurden, und auch nicht von den Gefallenen der sowjetischen Armee. Bis zum letzten Mittwoch, an dem Herr Rall uns zum Friedenspark brachte und uns die Geschichten erzählte.
    Ich war geschockt und empört, als ich von all diesen schrecklichen Dingen hörte. Dennoch bin ich auch ein wenig glücklich, wenn ich daran denke, dass es den Stein mit der Aufschrift „Die Toten mahnen die Lebenden“ gibt. Auch wenn man die Mahnung nur mit dem Wissen über die Dinge, die dort passierten, versteht.
    Viel mehr Menschen sollen auf die Denkmäler und deren Bedeutung aufmerksam werde. Wir sollten uns auch die Mahnung zu Herzen nehmen, weil wollen wir nicht alle ein friedliches Miteinander?

  5. Luca Heise
    16. Mai 2018, 15:55 | #5

    In Angermünde steht seit langer Zeit ein Stein mit Schnittwunde, mit solch einem Schnitt wie es auch die Erinnerungskultur in Deutschland hat. Das Traurigste an dieser Sache ist nicht, dass er im Alltag ziemlich wenig beachtet wird, sondern das auch von den politischen Kräften in der Region es nur die Linke geschafft hat, einen eigenen Korb mit Blumen am Tag der Befreiung aufzustellen

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