ATOMKRAFT? NEIN, DANKE!

Text und Fotos: Janet Baumgart (Kl. 10/2)
Redakteuri bei InVitrO – Die Schülerzeitung im Schaukasten und im Internet
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Schwedt, Donnerstag, der 26.04.2018, berührte Besucher verließen den Saal der Benefizveranstaltung. Warum berührt?
Am 26. April 1986, vor genau 32 Jahren, ereignete sich eine grausame Nuklearkatastrophe im Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Bis heute verursacht diese Katastrophe immer noch schwerwiegende Folgen.

Musikschüler und Schüler des Gauß-Gymnasiums gedachten mit ihrem Benefizprogramm am Donnerstagabend der Opfer der Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Das Benefizkonzert war auch dafür da, Spenden einzusammeln um Betroffenen weiterhin zu helfen.

Zum Beginn spielten Elftklässler (aus dem Kurs Darstellendes Spiel) dokumentarische Szenen, um das Pro und Kontra von Atomenergie wieder zuspiegeln. Dabei überwog die negative Seite sehr stark. Das machte noch einmal deutlich, was die Menschen ihrer Erde und vor allem ihren Mitmenschen antun. Darauf folgten weitere Darbietungen von Tanz und Musik, welche die Besucher zum Nachdenken anregten.

 

Nach der Veranstaltung wurde vor dem Theater mit Kerzen an die Opfer gedacht.

 

Besonders berührend war an diesem Abend der Dokumentarfilm über die mittlerweile 19- jährige Nastja Moltschanowa, ein „Kind aus Tschernobyl“. Nastja aus Weißrussland kam mit einer Missbildung an ihrem rechten Bein auf die Welt. Die Ursache der Missbildung  war die Verstrahlung ihrer Mutter, die selbst kerngesund ist.

In Schwedt hat Nastja von klein auf fast jedes Jahr eine neue Beinprothese bekommen, da ihre alte ihr zu klein wurde oder die Technik neue Möglichkeiten bot. In ihrem Land war diese Behandlung leider nicht möglich, aber die Ärzte im Aslekpios Klinikum Schwedt, Physiotherapeuten, das Sanitätshaus Fuchs und seine Chefin Margarete Reineke sowie Orthopädietechnikermeister Enrico Scherfel konnten Nastja hier in Deutschland helfen. Ebenso half ihr Sibylle Muchow vom Reitverein Schönow. Sie brachte Nastja trotz Fußamputation und Prothese das Reiten bei. Nastja erlernte durch ihre vielen Helfer auch das Treppensteigen und Schwimmen. Ihr wurden  hier in der Uckermark auch viele weitere Möglichkeiten geboten und so konnte Nastja weit weg von zu Hause ihre Sommerferien mit Spaß erleben.

 

Nastja, ein „Kind aus Tschernobyl“ nahm an der Veranstaltung teil und bedankte sich nochmals bei ihren Helfern.

 

Am Abend der Benefizveranstaltung wurden Nastjas jahrelange Helfer ausgezeichnet. Auch der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl zeigte sich erfreut über das Engagement der Uckermärker. Er überreichte im Namen der Stadt Schwedt Nastja als Geschenk einen Roller, sodass sie alle ihre Ziele auf ihrem Uni-Gelände besser erreichen kann. Nastja kann nun ihren großen Traum Informatik zu studieren umsetzen. Sie, die sich schon immer dankbar zeigte und sogar die deutsche Sprache erlernte, fand für diese große Hilfe keine Worte mehr.

Am Abend konnte dann noch einmal für strahlengeschädigte Kinder gespendet werden und natürlich auch für Nastja. Nach der Veranstaltung standen vor dem Theatersaal einige Schüler des Einstein-Gymnasiums, um den Besuchern Origami-Kraniche zu schenken, da diese ein weltweites Friedens- und Antiatomkraftsymbol sind.

 

Schüler des Einstein-Gymnasiums verteilten Origami-Kraniche.

 

An diesem Abend habe ich nicht nur vieles für meine Zukunft gelernt, sondern ich habe auch eine nette und willensstarke junge Frau kennengelernt. Sie lässt sich den Mut nicht nehment. Außerdem habe ich gesehen, wie engagiert Menschen sein können und dass sich viele Menschen an den Helfern von Nastja ein Beispiel nehmen können.

 

Schüler des Gauß-Gymnasiums spielten vor dem Theater bei Kerzenlicht.

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